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Er ist der "Mann am Kontrabass": Lukas Onken bei einem Auftritt der Luftschiffkappelle.


Lukas Onken: Vom "Tellerwäscher" zum Musikmanager

Bevor er im Jahr 2007 an die ZU kam, um Communication & Cultural Management zu studieren, hatte Lukas Onken schon einige Stationen und Herausforderungen hinter sich. "Nach dem Abi bin ich erst einmal für ein Jahr nach Polen gegangen", schildert er. In Danzig arbeitete er für die "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste" im ehemaligen KZ Stutthof, machte dort Jugendarbeit. Sein Interesse für Osteuropa und der Wille, sich aktiv mit dem Thema Nationalsozialismus auseinanderzusetzen, hatten ihn zu dieser Entscheidung bewogen.

Lukas Onkens Weg verlief nicht so eben und geradlinig wie bei anderen: Gleich nach dem Abi kopflos irgendetwas studieren, das war nichts für ihn. Dafür ist der 24-jährige gebürtige Wuppertaler jetzt da, wo er immer hin wollte. Er managt Tourneen von Jugendorchestern, zuletzt die des südafrikanischen Jugendorchesters nach Deutschland, sowie die des Bundesjugendorchesters nach Südafrika, und hat nebenher noch Zeit, als Kontrabassist der Luftschiffkapelle selbst Musik zu machen.

Studieren wollte Lukas Onken auf jeden Fall, entschied sich aber gegen das Naheliegende, die Musik. Selbstzweifel waren nicht der Grund, die hatte er als Mitglied des Bundesjugendorchesters und Zweitplazierter im gesamtdeutschen Wettbewerb "Jugend musiziert" auch gar nicht nötig. "Als Musikstudent muss man ein ziemlicher Einzelkämpfer sein, das war nichts für mich", so Onken. Schon im Alter von sechs Jahren hatte er angefangen, Kontrabass zu spielen. Sein Talent führte ihn u.a. zum Landes- und Bundesjugendorchester, aber auch in die Combos der Popsänger Sarah Connor und Seal.

Nach der Zeit in Polen ging Onken für ein halbes Jahr nach London und lebte in einem Benediktiner-Kloster. Das günstige Wohnen verdiente er sich als "Tellerwäscher" für die Mönche. "Das war eine wichtige Zeit, um mir klar zu werden, was ich im Leben machen möchte", sagt Lukas Onken. In dieser Zeit erfuhr er durch Freunde von der ZU und bewarb sich. "Die Möglichkeit, Musik und Management zu verbinden, gaben den Ausschlag." Musikalisch fühlte er sich sofort heimisch, wurde in den ersten Tagen des Studiums für die Luftschiffkapelle rekrutiert und spielte gleich beim Sommerfest. "Vorher hatte ich überwiegend Klassik gespielt und plötzlich sollte ich Jazz improvisieren, das war eine ziemliche Umstellung, aber es hat Spaß gemacht", sagt der 24-Jährige. Seitdem ist er bei fast allen Auftritten dabei.

Seine Praxiserfahrungen im Studium verknüpfte er mit seinem Engagement beim Bundesjugendorchester, organisierte Tourneen, begleitete die Musiker auf den Reisen um die Welt und wirkt jetzt sogar bei der Neukonzipierung des Weltjugendorchesters in einer internationalen Arbeitsgruppe mit. Diesen Weg will er nach dem Studium, das er im nächsten Jahr abschließt, weiterverfolgen. Zum Abschluss gibt's allerdings noch einmal ein Abenteuer mit der Luftschiffkapelle: eine Tour durch Südosteuropa.



 

 



 

 



 

 

 



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geändert: 09.12.2009