Name: Benjamin Pape Alter: 23 Studiengang: CCM Semester: 5
Mit vier Jahren überraschte er seine Eltern mit dem Wunsch, das Geigespielen erlernen zu wollen. Hinzu kamen wenig später Klavier und Schlagzeug. Die Musik begleitete Benjamin Pape während seiner gesamten Jugend – Schule wurde dabei oft zur Nebensache – und begleitet ihn bis heute. Er spielte in renommierten Ensembles wie dem Landesjugendorchester Berlin, dem RIAS-Jugendorchester und dem Jungen Ensemble Berlin, absolvierte Konzertreisen durch Deutschland, Italien und Brasilien und stand gemeinsam mit Künstlern wie Bobby McFerrin und Evelyn Glennie auf der Bühne.
Auch im Jazz- und Pop-Bereich sammelte er Erfahrungen, so als langjähriger Schlagzeuger der United Big Band Berlin und bei verschiedenen Fernsehauftritten bei RTL und Sat.1 als Orchester-Schlagzeuger bei der Popgruppe PUR, darunter beim „ECHO 2004“. So wundert es nicht, dass er auch an der ZU viel Engagement in die Musikkultur investiert. Als einflussreiches Gründungsmitglied von Formationen wie die „Luftschiffkapelle“, „Junger Gott auf Tigerfell“ und beim Männerchor trägt er durch sein Können und seine Erfahrung zum musikalischen Erfolg bei und ist zugleich studentischer Koordinator für musikalische Angelegenheiten.
Neben dem aktiven Musizieren gilt Papes Leidenschaft auch dem Komponieren. Seine ersten größeren Kompositionen waren Theatermusiken für Schulaufführungen zu Gogols „Die Nase“, zu Aristophanes’ „Die Vögel“ und ein einstündiger Film-Soundtrack. An der ZU führte der Chor anlässlich der Neubaueröffnung im Januar 2008 seine Komposition „Triptychon fürs Kolon“ auf – ein Werk, das sich räumlich durch die Etagen des Neubaus bewegt und textlich auf Seneca und Goethe zurückgreift.
Als Absolvent eines humanistischen Gymnasiums mit den zwei Altsprachen Latein und Altgriechisch hegt er außerdem eine Begeisterung für abstrakt-absurde Sprachkunst, kreatives Schreiben und Dichten. Auch seine Vorliebe für abstrakte Theorien der Soziologie können damit in Verbindung gebracht werden.
Zurzeit absolviert Benjamin Pape ein Auslandssemester mit Kursen in Kulturwissenschaft und Musiksoziologie an der Macquarie University Sydney, Australien. Für die Zukunft zieht es ihn kurz- und mittelfristig zu weiteren Horizonterweiterungen im Bereich von Soziologie und Ökonomie. Langfristig ist eine Rückkehr in die Musiklandschaft sehr wahrscheinlich.
| Die Zeppelin Universität hat diesmal Sie als besonders eigenwilligen Studierenden ausgewählt. Ist das in irgendeiner Weise überhaupt berechtigt? Gelegentlich untermale ich meinen Abwasch mit Anton Bruckner – um die Dramatik zu steigern. Meinen Sie das?
| Wenn Sie sich selbst mit sieben Worten beschreiben sollten, dann wären dies…: Musikalisch mathematisch, kreativ kritisch, verschmitzt verkopft und ein wenig molltönig.
| … und die ZU in sieben Worten? Anregend anstrengend, familiär fragmentarisch, raffiniert reflektiert und ein wenig dreist.
| Inwieweit hat die ZU ihre Eigenwilligkeit unterstützt bzw. nicht verhindert? Wie zuvor kein anderes soziales Setting hat mich die ZU zur Eigenwilligkeit ermutigt. Die oft verschwimmende Unterscheidung zwischen Lehrendem und Lernendem motiviert zur eigenen Urteilskraft und Beobachtungsschärfe. Gerade für meine musikalischen Eigenwilligkeiten bekam ich im Rahmen der universitären Aufbauarbeit und Festlichkeiten immer wieder ein angemessenes Forum. Der Clou an diesem Laden ist letztlich, dass man mit seiner Eigenwilligkeit nicht allein ist, somit immer wieder die inspirierende Kraft sich überlagernder und kreuzender Wellenlängen zu spüren bekommt.
| Was war Ihre wichtigste Überraschung in Ihrem bisherigen Studium? Wie viele Themen sich diesseits des eigenen Tellerrands ziehen lassen, sobald es einem gelingt, einen persönlichen Bezug herzustellen oder sich diesen nur einzubilden.
| Und welche Frage ist noch immer unbeantwortet? Gibt es ein Leben nach dem Jansen?
| Wem genau würden Sie von einem Studium an der ZU abraten? Leuten, die nach einfachen Antworten suchen. Beobachtern erster Ordnung. Mozart-Fans.
| … und wem eines empfehlen? Leuten, die bereit sind zum tänzerischen Umgang mit der Kontingenz von Welt. Beobachtern zweiter Ordnung. Helge-Schneider-Fans.
| Was dürfen wir von Ihnen noch erwarten – nach dem Studium? Eine Selbsterprobung in der Praxis, einen Masterstudiengang noch ungewissen Schwerpunkts, ein Aufmischen der Musiklandschaft in noch ungeklärter Weise.