Carolyn Christov-Bakargiev Künstlerische Leiterin der documenta 13, Kassel 2012
Carolyn Christov-Bakargiev ist künstlerische Leiterin der dOKUMENTA (13) und damit nach Catherine David die zweite Frau in dieser Position. Als Ausstellungsmacherin der dokumenta hat sie die Leitung einer alle fünf Jahre in Kassel stattfindenden 100-Tage-Schau übernommen, welche als die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst angesehen wird. Alle fünf Jahre wird die neue Leitung bestimmt und mit der stets wechselnden Regie die Ausstellung gleichsam neu erfunden.
Unter den zahlreichen Biennalen in einer globalisierten Kunstwelt sieht Christov-Bakargiev „die documenta nicht nur als eine Ausstellung, sondern als einen Ort der Reflexion über die Kunst und ihr Verhältnis zur Welt“. Diesem Ansatz zu Folge trat die neue Leiterin nicht mit einem abgeschlossenen Konzept an, sondern wollte dieses im Laufe der Zeit entwickeln, denn der Faktor Zeit gehört nach Christov-Bakargiev zu den wesentlichen Faktoren der Kasseler documenta. In dem Entwicklungsprozess der dOCUMENTA (13) werden von der documenta-Leiterin und einem wachsenden Netzwerk aus Künstlern, Agenten und Beratern anhand heterogener Themenfelder Fragen zur individuellen und kollektiven Emanzipation untersucht. Die dOCUMENTA (13) folgt demnach nicht einem einzigen, übergreifenden Konzept, sondern führt, wie in einer Choreografie, vielfältige Informationen, Materialien, Methoden und Wissensformen zusammen.
„In einer Kunstwelt, die vom Prinzip des Kuratorischen beherrscht wird, bietet ein Agieren ohne vorgefasstes kuratorisches Konzept die Möglichkeit, die Netzwerk-Anschlussfähigkeit des digitalen Zeitalters aufzugreifen und dabei gleichzeitig einen kritischen Blick auf seine Schwächen und Implikationen zu richten.“
(Carolyn Christov-Bakargiev)
Die Kunsthistorikerin Carolyn Christov-Bakargiev (geb. 1957 in Ridgewood, NJ) ist Kuratorin und Autorin. Sie studierte an der Universität Pisa Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte und schrieb ihre Doktorarbeit über "Die Beziehung zwischen zeitgenössischer Dichtung und zeitgenössischer Kunst". Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen über zeitgenössische Kunst und deren Beziehung zu den historischen Avantgarden und ein wichtiges Standartwerk zur Arte Povera (1999) bei Phaidon Press.
Nachdem sie lange Zeit als unabhängige Ausstellungsmacherin gearbeitet hatte, übernahm sie von 1999 - 2001 die Stelle als Seniorkuratorin am New Yorker P.S.1 Contemporary Art Center, einer MOMA Tochter. 2005 kuratierte sie zusammen mit Francesco Bonami, dem Leiter der Biennale Venedig 2003, die erste Turin Triennale. Christov-Bakargiev war als Kuratorin und Co-Kuratorin weltweit tätig und sammelte mehrmals Erfahrungen mit Großausstellungen mit mehr als hundert Künstlern. So war sie von 2007-08 künstlerische Leiterin der 16. Biennale of Sydney „Revolutions – Forms That Turn“ (2008), einer Zusammenstellung von Arbeiten, welche die Beziehung und die Distanz zwischen revolutionärer Kunst und einer “Kunst für die Revolution” untersuchte. 2008 wurde Christov-Bakargiev zur künstlerischen Leiterin der dOCUMENTA (13) berufen.
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Carolyn Christov-Bakargiev, künstlerische Leiterin der documenta 13, Kassel 2012

Carolyn Christov-Bakargiev
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